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Yoga wirkt!

Studien westlicher Forscher beweisen, dass der Kultsport auch als Therapie taugt –
gegen Schmerzen, Stress und chronische Krankheiten
Von FOCUS-Redakteurin Katrin Sachse

Studien westlicher Forscher beweisen, dass der Kultsport auch als Therapie taugt –
gegen Schmerzen, Stress und chronische Krankheiten.

„Vor allem bei psychosomatischen oder chronischen Krankheiten kann die indische Methode die Heilung entscheidend vorantreiben“, weiß der Berliner Mediziner Andreas Michalsen. Seine Aussage belegen folgende Forschungen aus den vergangenen drei Jahren:

-Die Methode reduziert Stress sowie dessen Begleiterscheinungen und stärkt die Psyche. Dies ergab eine Studie am Klinikum Essen-Mitte unter Michalsens Leitung. Bei Yogaübenden, die Iyengar-Yoga praktizierten, registrierten die Mediziner „signifikante Effekte für die Dimension Angst, Ärger und Depressivität“. Schmerzen in Schulter, Halswirbelsäule sowie im Rücken seien deutlich zurückgegangen.

-Migränepatienten können Anzahl und Schwere der Schmerzanfälle reduzieren, haben Forscher der indischen Rajastan-Universität herausgefunden.

-Regelmäßiges Üben lindert chronische Rückenschmerzen, bilanziert eine Studie der University of Washington in Seattle. Die Patienten, die seit mindestens einem Jahr über andauernde Schmerzen klagten, praktizierten einmal in der Woche Vini-Yoga, einen eher sanften Stil. Nach etwa einem halben Jahr konnten fast 80 Prozent der Kranken auf Schmerzmittel verzichten.

-Frauen mit Brustkrebs fühlen sich stärker, zuversichtlicher und leiden seltener an Schlafstörungen. Diese Ergebnisse stammen vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston/Texas.

-Yoga senkt den Blutdruck, belegen drei Forscher von der amerikanischen Elite-Universität Yale, die zwölf Studien ausgewertet haben. Die Patienten – alle mit einem Blutdruck von mehr als 140 Millimetern systolisch und mindestens 90 diastolisch – konnten ihren Blutdruck derart normalisieren, dass die Einnahme von Medikamenten überflüssig wurde.

-Auch Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Angst und schlechte Laune lassen sich mit Yoga lindern. Ein Team der University of California registrierte, dass sich Yoga-Übende optimistischer, entspannter und zuversichtlicher fühlten. Yoga könnte sich als viel versprechende Therapie gegen Depression erweisen, glauben die Wissenschaftler.

-Yoga fördert die Rehabilitation von Herzkranken, fasst eine deutsche Studie zusammen. Die Mediziner des Herz-Kreislauf-Zentrums in Bad Segeberg sowie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein haben herausgefunden, dass Iyengar-Yoga erfolgreicher als andere Entspannungstechniken wirkt, weil es eine „einzigartige Kombination“ von Komponenten wie Dehnung von Muskeln, tiefem, bewusstem Atmen, Aufmerksamkeit, psychologischen Aspekten, Meditation sowie Konzentration bedeutet.

-Die Lehre lindert bei Frauen die Beschwerden der Wechseljahre, belegen indische Wissenschaftler aus Bangalore. Die Teilnehmerinnen praktizierten acht Wochen lang an fünf Tagen Yoga. Sie litten deutlich seltener an Hitzewallungen, Schlafstörungen und nächtlichem Schwitzen als vor Studienbeginn.

Ehrgeiz ist dem Yoga abträglich

An Erklärungen, die wissenschaftlichen Kriterien genügen, versuchen sich westliche Forscher. Während in der Vergangenheit vorwiegend indische Institute Studien erstellt haben, arbeiten nun zunehmend Universitäten in den USA, Australien und Deutschland daran, die Wirkungsweise zu entschlüsseln. „Mit jeder wissenschaftlichen Arbeit, die vorgelegt wird, erhöht sich die Wertschätzung von Yoga in unserem Gesundheitssystem“, sagt Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité in Berlin und Chefarzt am Immanuel- Krankenhaus.

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